Freitag, 13. Februar 2009

Lyrik II

Die Welt ist ungerecht

Die Welt macht den Menschen fertig
ist im Dreiklang gesprochen:
kaputt 1, kaputt 2, kaputt 3

Gedrungene Mexikanerinnen bilden lachend einen Kreis
bunter Würde
und reichen einander den Tequila
- viva la muerte mexicana! -

In orange leuchtenden Blütenblättern, doch unter der
Erde:
du liegst sterbend als Feldmäusschen in einem Sarg,
geflochten aus Stroh.
Sieh ein letztes Mal noch in das grosse Licht am Himmel
aus dem Königsbussarde fliegen:
dir zu kreisen!

Vom Bildschirm abgewandt trifft dein Blick auf den
Stromverteiler:
das ist zuviel
das stimmt, die Welt ist ungerecht.
Weinen und schlafen wir zusammen
sterben wir zusammen.
Aus der Asche unseres Liebens und Leidens
ein Leben nach dem Tod
von höchster Qualität
soll als Ausruf steigen:

Hört all diese wichtigen Stimmen! Siehst du mich?
Einzig ich bin relevant für dich.-

Alles ist ein Kommen und Gehen
une in immer schon vorhandenes Zitat
alles ein Winter unter Liebenden wie folgt:
hinter dem Kühlschrank harrt gebrochen ein Herz aus
Schokolade

Ich will leben, ich will lieben, ich will glücklich sein
lautmalerisch dazu:
Mmm, mmm, mmm:

So! Nun hast du aber gelebt, komm! Bald knickst'
du bist es leid, nur müde zu sein. -
Nein! Wasch dich noch nicht!
Dein Bestatter, während seines Herzstillstands
er horcht der dir bestimmten Urne.
Sie spricht ihm den Segen:
"Und, so, weiter."
Und so, - die Urne bleibt beseelt zurück.

-Jürg Halter-

(leider nicht Linnys, bald, wenn Zeit und Platz vorhanden ist.)

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