Jetzt scheint die Sonne. Doch wegen einer Mittelohrentzündung kann ich diese nicht gebührend geniessen wie ich es täte, wenn ich nicht diese Entzündung und grippale Erscheinungen hätte. Wenigstens ist es noch kühl, so verpasse ich nicht allzu viel. So tigere ich also im Haus herum, höre leise Musik und suche Ohrentropfen.
Als ich dann vorhin nichtsahnend aus dem Fenster schaute, sah ich es: Es ist rund, von einem schwarzen Netz umgeben, steht auf Metallstangen und steht sozusagen genau vor meinem Zimmerfenster; ein blaues Trampolin. Im Garten meiner hyperaktiven, zu Schreianfällen-neigenden, 7jährigen Nachbarin. Dieses Mädchen ist der Horror. Ich habe grundsätzlich nichts gegen Kinder, solange sie ruhig und nett sind. Bevor sie, nennen wir sie mal ganz realitätsungetreu Chiara, schreien konnte, schrie ihre Mutter. Im Winter wars meistens ruhig, aber sobald es wieder etwas milder wurde, ging es los: "Nei Chiiara, lah das los! Chum etzt ine! Chiara heb still, wenn ich dir dini Barbieschüeli probier azlegge! Hör mal uf!" Meine Mutter und ich überlegten uns ernsthaft, ob wir ihnen einen Elternratgeber in den Briefkasten werfen sollten. Das unterliessen wir aber.
Dann wurde Chiara älter und ein bisschen nett. Ich tauschte sogar manchmal ein paar Sätze mit ihr. Doch Mütter vererben und in diesem Fall hat das diese Mutter erfolgreich getan. Und jetzt dieses Trampolin. Ich sehe sie schon lauthals schreiend und weinend ins Haus rennen, mit dem Satz: "Mami, ich han wele en Salto mache, bin aber mit em Chüni uf de Ferse uftätscht und mini Haar händ sich im Netzt verfangt." Die Reaktion der Mutter will ich mir gar nicht erst ausdenken.
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